Auf Laves' Spuren

Historischer Rundgang durch Bredenbeck

Auf Laves Spuren in Bredenbeck


Hintergrund:
Jeder Kunstgeschichtsinteressierte findet in Hannover viele Gebäude, Plätze und Straßenführungen, die von einem großen Architekten des Klassizismus geplant und umgesetzt wurden. Georg Ludwig Friedrich Laves hat der Landeshauptstadt sein Gesicht gegeben.
Aber auch in ländlichen Gebieten hat Laves Aufträge von adeligen Herren übernommen, so auch in Bredenbeck. Um diese architektonischen Kostbarkeiten kennen zu lernen, gibt es zwei Routen.

Tourbeschreibung:
 
Teil 1:
Ausgangspunkt ist der Lindenplatz, der von Laves im Rahmen seiner Wegenetzplanung für den Ort angelegt wurde. Der Weg führt an der Kornbrennerei Warnecke vorbei bis zur nächsten Straßenabzweigung „An der Beeke“. Hier ist der Bach zu sehen, der Bredenbeck seinen Namen gab – Breden Beeke. Eine „Breden Beeke“ ist es heute nicht mehr; denn der Bachlauf wurde um 1870 verlegt. Vorher floss er direkt vor den Höfen einher, mit breiten Ufern. Diesem Bach wollte Laves ein Denkmal setzen und ihn mittig fließen lassen, eingerahmt von zwei Straßen, die direkt zum Gut führten. Leider realisierten sich diese Pläne nicht.
Am offenen Bachlauf entlang führt der Weg entlang bis zur „Alten Schule“. Dieses Gebäude wurde 1848, ein Erweiterungsbau 1860 errichtet. Es sind die schönen, einfachen Maßverhältnisse, die bei Laves Entwürfen besonders beeindrucken. Die Glocke des Dachreiters wurde 1852 in Linden gegossen und wurde vom Lehrer mehrmals am Tag geläutet. Bis 1920 wurde hier Unterricht erteilt. Heute steht die „Alte Schule“ unter Denkmalschutz und ist im Privatbesitz.
Der Weg führt weiter an der Gutsmauer entlang, rechtsseitig der Mühlenteich mit einem wunderschönen Seerosenbewuchs. Am Ende des Weges ist der Blick frei auf ein Mühlengebäude, sorgfältig geplant, mit den ausdrucksstarken Elementen des Klassizismus versehen. Der Blick auf den Gutshof verdeutlicht besonders das Einbinden von Sichtachsen. Laves legte ein Sechseck zugrunde. Die Scheunen und Stallungen mit rundbogig gestalteten Wandöffnungen sind im 90’ Winkel angelegt und lenken den Blick uneingeschränkt auf das Herrenhaus. Die Gebäude wurden alle aus dem ausdrucksstarken Deistersandstein gebaut. Ein typisches Merkmal der Laves Bauten ist der übergiebelte Risalit. Die Harmonie der Fensteranordnung des Herrenhauses, die mittig angebrachte zweiläufige Treppe und die Absetzung der einzelnen Gebäudeteile sind weitere Merkmale für das große Können des königlichen Hofbaudirektors Laves.

Teil 2:
Der 2. Weg ist eine kleine Wanderung zum Ortsteil Steinkrug/Bredenbeck. Ausgangspunkt ist wiederum der Lindenplatz. Der Weg führt die Deisterstraße entlang, vorbei an der Beeke bis zu einem Scheunentor gegenüber von Schlecker. Diese Scheune gehört zum Wanderweg “Hohe Heide“. Die Wände sind mit Bildtafeln geschmückt, die Wissenswertes über alte Bauernweisheiten vermitteln. Einige Daten über die Entstehung von Bredenbeck sind ebenfalls nachzulesen. Wer die Weite der Natur liebt, wird an diesem Weg seine Freude haben. Der Steinkrüger Weg führt nach ca. 20 Minuten zum Deisterrand. Die Verwerfungen des Waldbodens sind Relikte aus der Zeit der Kohleförderung. Versteckt unter Kronen mächtiger Bäume liegen der neuangelegte Ruheforst und ein kleines Stück weiter der Waldfriedhof der Familie Knigge. Noch ein kurzer Anstieg und nach Unterquerung der B217 ist das „Hotel Steinkrug“ erreicht. Während der Postkutschenzeit war diese Poststation ein gefragter Anlaufpunkt, bevor es dann über die steile Wegung des Deisters Richtung Hameln weiterging. Diese Poststation wurde von Laves umgestaltet. Das 52 m lange, denkmalgeschützte Gebäude besteht aus 5 Teilen – das Jagdzimmer, der Kniggesaal, die Reiterbar und die Poststube. Eine Kaffeestube wurde erst in späteren Jahren angefügt.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt der Steinbruch, der diesem Ortsteil seinen Namen gab. Hier ist auch das Baudenkmal einer Glashütte zu finden. In dem Rauchglaskegel wurde 1838 die Arbeit aufgenommen und endete 1928. Diese Glashütte hatte einen entscheidenden Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung in Bredenbeck.

Anfahrtsmöglichkeiten nach Bredenbeck:
Mit dem PKW: auf der B 217 Hannover/Hameln, Abzweig Holtensen nach Bredenbeck
Mit der S-Bahn: S1 Hannover/Haste: Station Wennigsen, mit dem Bus 520 nach Bredenbeck

Gruppenführungen möglich. Kosten: ca. 4 Euro p. Pers.
Kontakt/Ansprechpartner: Constanze Kanz, Tel: 05109 63350
(Stand: 2014)



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